Haase Logopädie Oldenburg

Logopädie für Kinder

Sprachentwicklungsstörungen

Wenn Kinder Sprache nicht altersgemäß entwickeln, spricht man von einer Sprachentwicklungsstörung. Es kann als eigenständige Störung auftreten, als Folge einer Hörstörung oder im Rahmen einer allgemeinen Entwicklungsstörung. Auffälligkeiten können im Sprachverständnis, im Wortschatz, in der Aussprache oder auf grammatikalischer Ebene auftreten. Häufig sind mehrere sprachliche Bereiche betroffen. Mit einer individuell abgestimmten Therapie helfen wir, dass Rückstände aufgeholt werden und sich die sprachlichen Kompetenzen verbessern.


Late Talker

Als „Late Talker“ bezeichnet man Kinder im Alter von etwa 18 bis 24 Monaten, die im Vergleich zu Gleichaltrigen einen deutlich kleineren Wortschatz haben oder erst sehr wenige Wörter sprechen. Das Sprachverständnis ist dabei häufig altersgerecht entwickelt, während die aktive Sprache verzögert ist.

In der logopädischen Therapie unterstützen wir die Kinder spielerisch beim Aufbau ihres Wortschatzes und fördern die sprachliche Entwicklung gezielt. Gleichzeitig beraten wir Eltern, wie sie ihr Kind im Alltag bestmöglich sprachlich begleiten können.


Artikulationsstörungen (Aussprachestörungen)

Bei einer Artikulationsstörung werden Laute nicht korrekt gebildet, ausgelassen oder ersetzt (z. B. „Tasse“ statt „Kasse“). Ziel der Therapie ist es, die richtige Lautbildung spielerisch zu erlernen um die Verständlichkeit zu verbessern.


Sprachverständnisstörungen

Manche Kinder haben Schwierigkeiten, Gesprochenes richtig zu verstehen, obwohl ihr Gehör unauffällig ist. Häufig wirken sie aufmerksam, reagieren aber nicht passend. In der Therapie wird das Verstehen von Sprache gezielt gefördert.

 

Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS)

Hierbei liegt keine Hörstörung vor, sondern eine Schwierigkeit, gehörte Informationen im Gehirn richtig zu verarbeiten. Betroffene Kinder haben z. B. Probleme, Geräusche zu unterscheiden oder sich Gehörtes zu merken. Dies kann sich erschwerend auf den Lese-Rechtschreib-Erwerb auswirken. Die Therapie unterstützt die Hörverarbeitung und Aufmerksamkeit. Neben einem gezielten Hörtraining werden bei Bedarf Übungen im Bereich der Schriftsprache einbezogen.

 

Selektiver Mutismus

Kinder mit selektivem Mutismus sprechen in bestimmten Situationen (z. B. in der Kita) nicht, obwohl sie grundsätzlich sprechen können. Ziel der Therapie ist es, Sprechängste abzubauen und die Kommunikation schrittweise zu erleichtern. Hierbei ist häufig eine Zusammenarbeit mit KinderpsychologInnen sinnvoll.

 

Verbale Entwicklungsdyspraxie (VED)

Bei dieser seltenen Störung fällt es Kindern schwer, Sprechbewegungen gezielt zu planen und auszuführen. Worte werden oft unterschiedlich gebildet. Die Therapie hilft dabei, Bewegungsabläufe beim Sprechen zu strukturieren und zu festigen.


Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) 

Autismus-Spektrum-Störungen beeinflussen die Kommunikation, das Sozialverhalten und das Wahrnehmen der Umwelt. Betroffene haben oft Schwierigkeiten, ihre Gedanken und Gefühle auszudrücken oder die Signale anderer richtig zu verstehen. In der Therapie unterstützen wir die Entwicklung von Sprache, Kommunikation und sozialen Fähigkeiten und begleiten dabei, sich im Alltag sicherer und selbstständiger zu bewegen.

Logopädie für Erwachsene & Kinder

Myofunktionelle Störungen

Myofunktionelle Störungen betreffen das Zusammenspiel der Muskulatur im Mund- und Gesichtsbereich. Auffällig können z. B. ein falsches Schluckmuster, eine offene Mundhaltung oder Probleme bei der Lautbildung sein.
Die Therapie zielt darauf ab, die Muskulatur zu kräftigen und ein natürliches Gleichgewicht im Mundbereich wiederherzustellen.

 

Redeflussstörungen (Stottern & Poltern)

Redeflussstörungen können sowohl im Kindes- als auch im Erwachsenenalter auftreten. Das Sprechen ist dabei z. B. durch Blockaden, Dehnungen und Wiederholungen von Lauten, Silben oder Wörtern oder ein sehr schnelles, unstrukturiertes Sprechtempo geprägt.
In der Therapie werden Strategien entwickelt, um den Redefluss zu verbessern und mehr Sicherheit beim Sprechen zu gewinnen.

 

Schluckstörungen (Dysphagie)

Schluckstörungen können in jedem Alter auftreten und haben unterschiedliche Ursachen. Betroffene verschlucken sich häufiger oder vermeiden bestimmte Nahrung. Die Therapie verbessert die Sicherheit beim Schlucken und damit die Lebensqualität.

 

Stimmstörungen

Bei Stimmproblemen klingt die Stimme z. B. heiser und rau oder ermüdet schnell. Ursachen können eine Überlastung oder organische Veränderungen sein. In der Therapie wird an einer gesunden Stimmgebung gearbeitet, um die Stimme wieder belastbarer und klarer zu machen. Stimmstörungen können sich sowohl im Erwachsenen- als auch im Kindesalter zeigen.

Logopädie bei Erwachsenen

Aphasie

Eine Aphasie entsteht meist infolge einer Hirnschädigung, zum Beispiel nach einem Schlaganfall. Dabei können das Sprechen, Verstehen, Lesen und Schreiben beeinträchtigt sein. Betroffene wissen oft, was sie sagen möchten, finden jedoch nicht die passenden Worte.
Ziel der Therapie ist es, die sprachlichen Fähigkeiten bestmöglich wieder aufzubauen und die Kommunikation im Alltag zu erleichtern.

 

Dysarthrie (Sprechstörung)

Bei einer Dysarthrie ist die Sprechmuskulatur in ihrer Funktion eingeschränkt. Die Aussprache kann verwaschen, leise oder undeutlich wirken. Auch Atmung und Stimmgebung können betroffen sein. Ursachen kann auch hier ein Schlaganfall sein, aber auch Erkrankungen wie Morbus Parkinson können zu einer Störung des Sprechens führen.
In der Therapie werden Atmung, Stimme und Artikulation gezielt trainiert, um die Verständlichkeit zu verbessern.

 

Sprechapraxie

Die Sprechapraxie ist eine Störung der Sprechplanung. Betroffene haben Schwierigkeiten, die Bewegungen für das Sprechen gezielt zu steuern, obwohl die Muskulatur grundsätzlich funktionsfähig ist. Es fällt den Betroffenen z.T. sehr schwer, Laute zu verbinden und Wörter zu sprechen. Auch diese Störung kann in folge eines Schlaganfalls auftreten.Die Therapie unterstützt dabei, Sprechbewegungen neu zu planen und zu stabilisieren.

 

Kognitive Kommunikationsstörungen

Durch neurologische Erkrankungen kann es zu Einschränkungen von Aufmerksamkeit, Gedächtnis oder Konzentration kommen. Dies wirkt sich häufig auch auf die Kommunikation aus.
Die Therapie unterstützt dabei, kommunikative Fähigkeiten im Alltag zu stärken und Strategien im Umgang mit den Einschränkungen zu entwickeln.

 

Zentrale/Periphere Fazialisparesen

Eine Fazialisparese ist eine Lähmung der Gesichtsmuskulatur. Betroffen sein können Mimik, Lidschluss, Sprechen und Schlucken. Ursachen sind häufig neurologische Erkrankungen, Entzündungen oder Operationen. Eine Fazialisparese kann aber auch ohne ersichtliche Ursache, also idiopathisch, auftreten.

In der logopädischen Therapie wird behutsam an Beweglichkeit und Koordination der Gesichtsmuskulatur gearbeitet. Es wird darauf geachtet, dass sich keine Synkinesien (Mitbewegungen) durch zu frühes oder zu häufiges Üben bilden. Die PatientInnen werden beraten, wie sie den Heilungsprozess zuhause unterstützen können und welche Kompensationsmöglichkeiten für den Alltag bestehen.